MS Reporting Services ist ein mächtiges Standardinstrument aus SQL Server für Dashboarding und Reporting für die Information Worker im gesamten Unternehmen. MS Reporting Services dient dabei als BI Frontend das die Daten sowohl aus dem multidimensionalen als auch dem relationalen Datawarehouse abruft. Da besonders die Berichtsverteilung mittels Abonnements im PDF- und Excel-Format sehr weit verbreitet ist registrieren die Berichtsempfänger gar nicht dass es sich um Reporting Services Berichte handelt. Reporting Services ergänzen deshalb sehr gut High-End-Berichtssysteme.
Dynamische Berichtsobjekte wie Tabelle, Matrix und Liste sowie anspruchsvolle Visualisierungen wie Diagramme, Sparklines, Datenbalken, Scorecards und umfangreiche Kartenobjekte sind die wichtigsten BI Instrumente im neuen Report Builder 3.0. Mittels integriertem Berichtsmanager oder SharePoint 2010 Document Libraries werden webbasierte Berichtsportale für Vertrieb, Produktion, Einkauf, Finanzen, IT und vieles mehr realisiert. Automatische (E-Mail) Abonnements sorgen für die tägliche, wöchentliche und monatliche Berichtsverteilung im Unternehmen.
Kartenberichte sind ein sehr mächtiges Instrument in Reporting Services!
Dabei können bereits mit einfachen Ländercode-Daten grafische Berichte in der vorinstallierten Weltkarte (siehe Abbildung rechts, Ausschnitt Europa) visualisiert werden. In anspruchsvolleren Szenarien wird das BING Maps Objekt in Verbindung mit Geokoordinaten-Daten zur leistungsfähigen Visualisierung eingesetzt.
Interessant ist auch die Möglichkeit, jede beliebige Art von individuellen Karten einzusetzen. So können beispielsweise Gebäudepläne geladen werden und verblüffende Berichtsvisualisierungen auf den Koordinaten etwa eines Logistik-Lagerplans erreicht werden.
Zur dynamischen Darstellung der zugrundeliegenden Datenbestände eignet sich besonders gut das pivotähnliche Matrix-Objekt sowie die neuen Visualisierungen der Datenbalken und Slicer (siehe Abbildung rechts, Mitte).
Saldenberichte werden mit dem Tabellenobjekt im Report Builder erstellt und stellen eine sehr häufige Anwendungsform für Reporting Services Berichte dar. So können sehr effizient etwa Monatsberichte für eine große Anzahl von Kostenstellen erstellt werden und diese per Browser oder per Abonnements an die Empfänger bereitgestellt werden.
Der Ersteller des Berichtes legt fest, wieviel Flexibilität der Reporting Services Bericht bieten soll. Mittels Parameterfelder (siehe Abbildung links, sechs Parameterfelder) kann der Information Worker mit einfachen Auswahllisten in den vorgesehenen Dimensionen navigieren und Adhoc-Berichtssichten erzeugen.
Mittels Toggle-Buttons (siehe Abbildung links) können Detailzeilen ein- und ausgeblendet werden, mittels Berichtsaktionen navigiert der Information Worker bequem in nachgelagerte Reporting Services Berichte.
Einzelbuchungsberichte können ebenfalls sehr effizient in Reporting Services umgesetzt werden da ohne weiteres auf die relationale Datenschicht des Datawarehouse mit den detaillierten Einzelbuchungsdatensätzen zugegriffen werden kann.
Einzelbuchungsberichte werden häufig direkt mit dem zugehörigen Saldenbericht innerhalb eines einzigen Reporting Services Berichts (kombiniert als erster und zweiter Berichtsbereich des selben Berichts, siehe Abbildung oben und rechts). Sollen umfangreiche Einzelbuchungsinformationen angezeigt werden dann ist der Drillthrough-Aufruf aus dem in der Navigation vorgelagerten Saldenbericht besonders empfehlenswert. Die Umsetzung erfolgt mit sogenannten Berichtsaktionen.
Mit cubeseitig definierten Berichtsaktionen können Reporting Services (Einzelbuchungs-)Berichte direkt aus der Excel 2010 Pivottabelle aufgerufen werden!
Der Berichtsmanager ist eine einfach zu bedienende browserbasierte Oberfläche für den Zugriff auf Reporting Services Berichte. Der Berichtsmanager kann dazu verwendet werden um einfache Portalstrukturen aufzubauen. Über den Berichtsmanager werden Abonnements definiert und verwaltet.
Der Power User kann im Berichtsmanager den Report Builder zur Bearbeitung bestehender Berichte aufrufen und dort auch neue Berichte erstellen.
Es ist jedoch sehr empfehlenswert, die Reporting Services mit der sogenannten SharePoint 2010 Integration in eine SharePoint Document Library zu integrieren. Die Möglichkeiten in SharePoint 2010 sind wesentlich umfangreicher als im Berichtsmanager, die benötigten Funktionalitäten stehen bereits in der kostenlosen SharePoint 2010 Foundation zur Verfügung.
Reporting Services bieten hervorragende Exportmöglichkeiten, am weitesten ist dabei der Export als PDF oder Excel verbreitet. Die Übernahme sämtlicher Formatierungen und Einstellungen erfolgt einwandfrei, beim Export nach Excel werden sogar die Toggle-Buttons in Form von Zeilengruppierungen nach Excel übernommen.
Individuelle Abonnements können nach dem Self-Service-BI Prinzip vom Information Worker selbst definiert werden (siehe Abbildung rechts, Einsatz der SharePoint 2010 Integration der Reporting Services). Neben der Auswahl der Bereitstellungsmethode (E-Mail, Verzeichnis oder SharePoint Document Library) wird das Format (Excel, PDF, uvm.), der Zeitintervall (bspw. jeden morgen um 8:00) und die Parametrisierung des Berichts festgelegt.
Datengetriebene Abonnements werden nach dem Managed-BI Prinzip zentral eingerichtet. Dabei werden beispielsweise an die Verantwortlichen aller aktuell verfügbaren Kostenstellen die Berichte automatisch bereitgestellt.
Für Excel Power User ist das neue Abonnement als Datenfeed sehr effizient, damit können die jeweils aktuellen Inhalte eines abonnierten Reporting Services Berichts auf Knopfdruck nach Excel 2010 PowerPivot geladen werden - in sofort auswertbarer Listenform ohne lästige Zwischensummen!